Am 8. Oktober 2018 wurde es bemerkt: Die Glasscheibe der Stele an der Kaiserstraße war mit einem harten Gegenstand in Kniehöhe eingeschlagen, die ganze Scheibe unter der Oberfläche geborsten. Kaum noch kann man die Beschriftung lesen. Doch nicht nur das, Spritzspuren in ähnlicher Höhe, eingetrocknete Lachen vor der Stele und Rotzspuren an ihrer Seite lassen eine Vielfalt an Körperflüssigkeiten auf dem Denkmal ahnen. Die Aufschrift mit den Namen der Spender ist abgerissen.

Direkte Belege für einen antisemitischen Hintergrund fehlen. Doch nichts sonst in der Umgebung ist zerstört, nur die Stele. Sie ist nachts nicht beleuchtet. Woran sie erinnert, die jüdische Geschäftswelt an der Kaiserstraße bis 1938, reichte aus, war wohl bekannt. Es war kein Zufall, dass Haß und Zerstörungswut ausgerechnet hier ihr Ziel fanden. So etwas nennt man Antisemitismus. Und es zeigt, wie wichtig nun erst recht Erinnerungskultur ist.